Ein schlechter Witz


Ich wurde inspiriert, doch noch weiter zu leben. Der Tod darf nicht von eigener Hand geschehen. Die Macht muss es übernehmen. Ein gescheiterter Dichter des Raps liess erst alle niederen Kontakte, also alle Kontakte, abbrechen und ist nun befreit von denen, die ihn unterdrückten. Nun soll ein Plan ausgearbeitet werden, um seinen Wahnsinn in seinem Kopf doch noch rauszulassen. Der wage, doch passende Name seiner bereits gegründeten Untergrundorganisation Agglo Züri soll sich nun verbreiten. Dessen Manifest wurde erst angerissen, doch soll es bald beendet und veröffentlicht werden. Und ab da an soll die Werbung im Öffentlichen Raum beginnen, Tags und bei Zulauf der nötigen Talente auch Graffitis, die den bescheidenen Bürger an den Wortlaut gewöhnen soll, bis plötzlich das Interesse durchbricht und dieser sich somit auf die Suche nach Informationen macht, schon bald ihm auf Wikipedia die Antwort offenbart. Die bisherige Planung war nicht radikal genug, sie muss zerstörerischer werden. Nur so kann der Neubeginn kommen, alles andere ist Überlebenstaktik. Die vermeintliche Linke ist seit jeher Teil der Macht und nur noch ein Schatten von sich selbst. Die vermeintlich Radikalen randalieren, wenn es gesellschaftlich toleriert wird, dies zwar weltweit, aber nicht wirkungsvoll. Und es bleibt bei Sachbeschädigung. Doch Zuspruch erfährt man nur mit Menschenverachtung. So möge es beginnen. Seht her, all die Blicke, die euch stetig begleiten und prüfend mustern mit der Absicht, euch nicht bestehen zu lassen. Zeigt ihnen, was ihr von ihrer Meinung haltet. Gebt euch nonkonform den gesellschaftlich geforderten Verhaltensmustern und lacht laut auf über Dinge, die nur ihr verstehen könnt. Die euch umgeben, sollen der Panik verfallen und sich kaum noch fortbewegen können, erst wegen geistiger Blockaden, doch schon bald stellt ihr euch ihnen in den Weg und starrt zurück. Immer näher kommt ihr ihren Gesichtern, die sich drehen und wenden und bald mit euch schreien werden. Brüllt sie an, doch berührt sie erst, sobald sie sich zu wehren oder flüchten versuchen. Euer Ziel ist die Schaffung eines Nervenbündels, um die bisherigen Funktionen dieses einsamen Lebens still zu schalten. So geht, wenn dies geschah und sucht euch das nächste Opfer. So entstehen Zombiez der Depression, um jegliche Unternehmungen der Kapitalisten zu verhindern, jede weitere Ausbeutung zu stoppen, um den Managern ihre Sinnlosigkeit vorzuführen, damit sie springen. Springen sollen sie von der höchsten Etage ihres pompösen Bürokomplexes, da sie nun endlich die Komplexität der Menschheit zumindest erahnen können und somit auch ihr verschwendetes Potenzial. Keine Liebe, nur Geld, und nun wird ihnen auch dieses genommen. Es wird verleumdet und die dadurch erkauften Materialien und Böden zurückerobert, nicht mit der Überlegenheit der wirtschaftlichen Bildung, sondern mit der Überlegenheit der Masse. So lasst die letzten Flugzeuge des Kerosins in ihre Türme hineinfliegen, hier soll Natur oder Wohnraum entstehen, vielleicht auch eine Basis für kulturellen Austausch, wer weiss, doch erst gilt die Zerstörung allen Geschaffenen. Steht still und hört auf meine Befehle, die ich euch in unkenntlichen Formulierungen hinzu dem restlichen Lärm entgegen schreie. Doch wie soll ich zu der benötigten Autorität gelangen, die mein Äusseres allein nicht ausstrahlen könnte? Zu klein, zu haarlos, zu dünn. Welch Maskerade würde passen, würde mich hart machen für den Blick des einfachen Geistes? Schon einst fiel mir eine Kultfigur ins Auge durch die Maske von Guy Fawkes hindurch, die ich trug. Die Bänker vor mir trugen Schminke, trotzdem sie nach Idealen der veralteten Männlichkeit strebten. Und diese Schminke liess jeden noch so Dicken zumindest weniger süss bis halbwegs bedrohlich erscheinen. Was aber, wenn ich diese Kostüme vereine und auch wenn mir die Maske vom Gesicht gerissen würde, sich noch lange nicht mein Gesicht offenbaren könnte? Erst müsste das Gegenüber verarbeiten, dass hier gerade zwei Referenz auf einmal auf sie einprasseln und dann käme erst die Überforderung dem scheinbar unendlichen Weg zur Demaskierung seines künftigen Meisters dazu, was meinen Angreifer lähmen würde. Freie Fahrt für den Wahnsinn, der eine Pfeife erklingen lässt, die aber keine Vergewaltigung verhindern wird. Sie ermöglicht sie erst und potenziert sie gar. Der Tiefpunkt einer weiteren Existenz wurde erreicht und ging über, zu der Befreiungsfront oder dem Tod, es macht keinen Unterschied. Die Zerstörung herrscht, sie herrscht seit Anbeginn der Zeit, nur wird sie hier nicht nur gefeiert, wir werden sie konsequent umsetzen. Radikaler und mörderischer, als es Anzugträger und Steineschmeisser je konnten. Ich vereine die Menschheit und bringe sie zurück zum Nullpunkt. Es begann abermals. 

RvH, 14.10.2019, 15:00, 0085