Es wurde bei den Ersten schon angebissen,
jedoch kamen noch keine Konsequenzen dazu. Die intriganten Scheiterhaufen
werden auf die Strasse geworfen in der Hoffnung, jemanden zu treffen. Sie
sollen Schmerzen erleiden und an mir zugrunde gehen. Ich bin das Ende ihrer
Existenz, der doch nur ein Schwächling war. Und so nahm er sich aus dem
Öffentlichen Raum seine Waffe zur Hand und schoss vorzugsweise einen Stein auf
seine Gegner, die dessen Ruf folgen, um zu töten. Keine Handykamera kann mich
noch vor dem nahenden Untergang einer Persönlichkeit schützen. Sie würde
zerstört. Ein Licht erlosch in der Nähe eines Waldes, um dort vergraben zu
werden. So oder so ähnlich könnte mein Leben beendet werden, zurückgezogen im
Kreislauf, ohne Leichengeruch zu verbreiten. Den Richtigen hinterliesse ich so
ein kleines, abgründiges Erbe, das noch ihr Leben überdauern wird. Rucksack um
Rucksack in die nächste Generation. Dieser Sack möge nun fallen. Ein
Wirbelsturm der Gefühle würde mich in der letzten Sekunde erreichen und so ein
Zucken meines Körpers provozieren. Denn so begann das Ende, so möge es auch
vorbeigehen. Doch würde ich dies an den Anfang meiner Handlungen stellen, so
würde nichts geschehen. Der Druck stiege, die Kompensation ebenfalls. Eine
Ballade erzählt etwas vom Anfang meines Weges, der bis heute andauert.
Trümmerhaufen so weit das Auge reicht. Die Brille hilft mir dabei. Einmal
Grille, immer Grille. Doch was wäre, wenn dies mein erstes erfolgreiches
Vorhaben würde? Wenn nicht zu Tode getreten, dann doch schwer verletzt. Ein
Schatten auf meiner Seele, der alle anderen überdeckt. Die Geräusche reissen
mich aus meinen Tagträumereien und lassen mich ruhen. Ein zufällig
zusammengestellter Haufen von Menschenmüll verursacht solche Geräusche. Sie
sind schrecklicher, als es der Metal je sein könnte. Sie machen mich krank,
also lache ich sie aus. Ich erhebe mich über ihre mickrigen Existenzen und
lasse sie unter meinen Rufen verstummen. Nun sehen sie zum ersten Mal ihre
nicht vorhandene Bedeutsamkeit. So gehen sie los und suchen die Schuldigen allen
Übels, die sie Tag für Tag misshandeln. Doch sie finden nur solche, denen es
noch beschissener geht. Wir befinden uns hier auf einen Hügel irgendwo in den
Zürcher Unterlanden. Hier in der Nähe befindet sich ein Brandhärd dieses einen
Fluches, der die Menschheit befallen hat. Hier lässt es sich gerade so
aushalten, auch wenn vielen, denen sich die Wahrheit offenbart, das Ende auch
schon naht. Auch ich sehe den Notausgang. Schon vor langer Zeit entdeckte ich
ihn und malte mir gerne aus, wie ich durch ihn hindurchschreite wie ein alter
Mann, der genug gesehen hat. Auch wenn er lange nicht jede Scheisse erlebt hat,
kennt er sie dennoch sehr gut. Details braucht er nicht zu kennen, er fühlt es.
All die abgründigen Geschichten sind nicht aus dem Nichts entstanden, sie sind
gewachsen. Sie passieren ständig und jede Zeit hat ihre Spitzen. Jeder Ort hat
seine eigenen Geschichten und auch hier kommen die Spitzen wieder zurück. Die Genossen
der Zeit sind wütend und wollen zumindest diesem Gefühl freien Lauf lassen. Sie
selbst sind trotz Wohlstand eingesperrt und an unterschiedlich langen Ketten
geschnallt, von unterschiedlich grossen Käfigen ausgehend. Im Dunkel ist den meisten
Freigang gewährt und nur die Arbeit ruft sie zurück, wenn sie zu weit ausserhalb
gelangen. Die Schengen werfen selbst die Grenzen in ihre Schatten und so
geniessen die Genossen mittlerweile eine grosse Freiheit. Die Älteren sahen
anderen Genossen bei ihrer Befreiung zu und schlossen Feinde ihres Bindeglieds seit
jeher aus, sofern dies an ihrem Ruf und Vorteil nagte. Die Geräusche sind laut,
aber devot. Sie haben sich eingerichtet. Nur unter Dialektkundigen trauen sie
sich zu sprechen, ohne sich dabei minderwertig zu fühlen. So liegt stetig eine
Distanz zwischen ihnen und Fremden, die ihren einsamen Ort bereits zu Hauf
bevölkerten und bunt färbten. Doch ihre Haut ist weiss wie der Schnee, den sie
in sich hineinliessen, um zu erfrieren. Nun schwindet er, je mehr Jahre vergehen
und die Lücken werden hartnäckig gefüllt, wie künstlich es sich dann auch immer
anfühlen mag. Auch ihre eh schon rar verbliebene Empathie schwindet und
hinterlässt so einen gewaltigen Nährboden des Hasses auch auf diesem Teil der
verbrannten Erde. Hier könnte ich mich austoben und weiterreisen, als ich mich bis
anhin getraut habe. Es ginge, auch wenn viel zu langsam und beschwerlich. Doch
dafür müsste ich am Notausgang vorbeigehen und immer weiter und weiter und dann
doch sterben. Immer das gleiche Lied, in meinem Kopf wie draussen, meines
voller Verachtung, ihres voller Künstlichkeit. Sie vertragen sich nicht gut wie
ihr Gift und mein Kraut. Sie vertragen sich nicht gut wie wir uns gegenseitig.
Ich verachte sie, weil sie dämlich sind, sie mich, weil ich anders bin. Und ihr
Leben wird anders enden, als sie es sich je gedacht hätten. Ich übernehme die
volle Verantwortung. Der Kampf möge beginnen.
RvH, 12.10.2019, 20:06, 0083