Ach, hätte ich doch irgendeine Möglichkeit, mit
der Aussenwelt zu kommunizieren, die in den Gehirnen des Abschaums auch
ankommt. Derzeit führe ich geschriebene Selbstgespräche, die kaum jemand
wahrnimmt, da sich Aufmerksamkeit nicht einfach so ergibt, zumal wenn kaum
soziale Kontakte vorhanden sind, die das eigene Egogewixe weiterverbreiten aus
rein freundschaftlichen Gründen. Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als das
Marketing in die eigenen Hände zu nehmen und jede einzelne potenzielle
Plakatwand eigenhändig vollzuschmieren, bis ein unterbezahlter Saubermacher
meine Schmierereien wieder wegmacht. In irgendeiner Form habe ich dieses Bild
bereits ausformuliert, ich weiss es doch, und es ist und wird nicht das einzige
sein. Die Reproduktion der Bilder des Marketings - sogenannte Tags - hat in den
letzten Monaten stark nachgelassen, da der Adrenalinrausch mittlerweile ausbleibt.
Aber es ist derzeit die einzige Möglichkeit, die mir zur Verfügung steht, um
irgendwie mit der Aussenwelt in den Kontakt zu treten. Bis auf Bullenschweine
und paranoide Nachbarn hat sich noch niemand wirklich dafür interessiert.
Offensichtlich werde ich boykottiert. Den habe ich auch schon irgendwo
gebracht. Daran sieht man aber, wie sehr es mir ein tiefes Bedürfnis ist, mich
auszudrücken, wenn ich mich gar so oft wiederhole, bis meine Botschaften
ankommen. Das wird noch was mit den letzten beiden Drittel dieses viel zu oft
erwähnten Weissen Ungetüms. Verwirrte Leser unter der riesigen Masse an
Abschaum, der mich verfolgt - positiv denken - verstehen vermutlich nicht so
ganz, weswegen ich teilweise von Ungetümen rede und damit einen einzelnen Text meine
und manchmal das gesamte gescheiterte Experiment von einem gonzoesken Blog. Das
liegt an der Gegebenheit, wie es gerade besser passt. Egal. Liebe Psychologen
unter den Lesenden, höret nun meine Beichte zu der aktuellen Suchtlage. Auch
heute hat es nicht geklappt. Noch gestern nach dem dritten Joint des Tages
entschied ich mich dazu, das ebenfalls gestern eingekaufte Sixpack von Halbliterbierdosen
heute im Verlauf des Tages in mich hineinzuschütten und vier davon wurden auch
schon vernichtet. Dies Manöver sollte eigentlich dazu dienen, auf Rauch zu
verzichten, was auch schon mehr als einmal - vielleicht dreimal - funktioniert
hat, aber ohne dabei am nächsten Tag mit dem vermeintlichen Entzug fortzufahren.
Blöderweise vergass ich bei den drei Joints, die Wiederverwertung zu verunmöglichen,
indem ich die Stummel nicht nur ausdrücke, sondern auch noch zerreisse.
Wichtige Selbstkontrolle, wie mir heute abermals vor Augen geführt wurde. Also
rauchte ich die Jointstummel dieser drei Jointstummeljoints mit dem zweiten
Bier und wurde somit in die unausweichliche Lage geworfen, doch noch
rauszugehen, um ein wenig Sammelwut zu betreiben. Davon kam ich kurz vor Beginn
des aktuellen Ungetüms Nachhause und beende noch schnell die Schlachtung, bevor
ich mir ein richtiges High gönne. Jaja, die Selbstgespräche mit Satan lassen
auf sich warten und wer weiss, wie lange noch. Vielleicht Gonzo, der mir
vorgelogen hat, wir könnten im Bierrausch mit dem ersten Buch der Saga fortfahren
und vielleicht die Penetration der Sozialen Netzwerke wieder beginnen. Nichts
da, wurde mir spätestens dann klar, als ich das erste Bier geleert hatte. Drecksgift.
Aber eines, was mir Gonzo vorgelogen hat, nehmen wir uns jetzt wirklich vor,
und zwar, dass wir ab jetzt die Finger davon lassen. Eine etwas zu unpräzise
Formulierung meiner Absichten, denn immerhin steht noch ein ganzer Liter im
Kühlschrank, den ich dort nicht einfach erfrieren lassen kann und es auch nie beabsichtigt
habe. Aber danach. Bestenfalls ab morgen, wann dann auch mal, ja, es bedarf
keiner weiteren Ausformulierung, weil klar, Gras. Dreckszeug. Oh, Satan,
weswegen hast du die Möglichkeit des Missbrauchs in dies Wundersame Kraut miteinprogrammiert
wie ein hinterhältiger Bastard? Bassstarrrd. Der hat sich wohl wieder ein wenig
erholt und mit seinen ehemaligen Zombiegefährten Frieden geschlossen, denn auf
den zweiten Runen erhielt er den letzten Part des Albums. Wäre ich von der
Drogensucht nicht bereits so scheisse gefühlstot, dann hätte ich bestimmt mehr als
eine Träne verdrückt, als ich dies ungefähr bei der Hälfte seiner Strophe
realisiert habe, dass er es tatsächlich ist. Vorher war ich in Kiffergedanken
vertieft, die, angetrieben von stetigen Stress, kaum Verwertbares von sich
geben. Aber beim nächsten Mal klappt es ganz bestimmt wieder und somit beenden
wir die Schlachtung.
- RvH - 24.04.2021 - 18:15 - 0338 -